Einspruch V

2007
Short film, 7min, 35mm

by Rolando Colla with Peter Niklaus Steiner Ludmila Skripkina Gianluca Grecchi Original version in German
Director Statement
Stellungnahme des Regisseurs
Der Film beginnt mit relativ neutralen Einstellungen: das Heranfahren des Lieferwagens, K. der in die Halle tritt. Diese Einstellungen kündigen die Ruhe vor dem Sturm an, sie lassen ahnen, dass hinter der Normalität etwas lauert... K ist am Anfang der Protagonist. Wir erzählen aus seiner Perspektive: die Anwesenheit der Frau in der Halle hat für ihn etwas Bedrohliches. Er erschrickt, greift zu einer Eisenstange, will wissen, was los ist. Erst in der Begegnung mit der Frau verlagert sich die Perspektive und wir sehen K. aus der Perspektive der Frau. Dann, mit dem Erscheinen des Jungen in der Halle verschiebt sich die Erzählperspektive nochmals: Wir erleben jetzt das Ganze aus der Sicht des Kindes, das nicht ins Geschehen eingreifen kann und später das Foto holt, um es der Frau zu bringen. Der ganze letzte Teil wird aus der Perspektive des Kindes erzählt. Das, worum es hier geht, der Verlust an menschlicher Wärme, ist letztlich eine fragile Materie und bedarf gerade deshalb nicht der Fragilität. Im Gegenteil: eine bewusst mit dem Oberflächenreiz spielende Inszenierung soll den Zuschauer packen und ihn zu Momenten führen, die in ihrer Absurdität und Unmenschlichkeit etwas Abgründig-Verstörendes haben. Form und Inhalt soll sich reiben und aufladen und beim Zuschauer Emotionen und Gedanken auslösen, ja im besten Fall sogar ein vages Gefühl des Grauens. „Einspruch V“ ist der fünfte Film einer Serie von Kurzfilmen zur prekären Situation der Flüchtlinge in der Schweiz. Bei „Einspruch V“ will ich die Frage aufwerfen, inwiefern das Gesetz, bzw. die Angst vor Strafverfolgung die menschliche Solidarität mit Papierlosen beeinflusst und im Keim erstickt. Es geht dabei nicht nur um die betroffenen Asylsuchenden oder papierlosen Ausländer, es geht auch um die Mentalität einer Mehrheit des Schweizer Volkes, das der Verschärfung des Asyl- und Ausländergesetzes zugestimmt hat. Der Film soll die Frage aufwerfen, was diese Verhärtung aus dem Schweizer Volk macht, wohin es die jungen Generationen führen wird. Rolando Colla